Ausstellung: BILDWELTEN UND CUTIES

U-Bahn Galerie München, Station Universität

07. 04. - 30. 04. 2026

 

 

Künstlergespräche am 22. 04. 2026 in meiner Ausstellung

Mein Impuls-Vortrag zu den Gesprächen

Ich habe Sie zu Gesprächen eingeladen und möchte Ihnen kurz einige Stichworte geben, die Sie vielleicht anregen – eben zu Gesprächen mit mir aber auch untereinander.

Dabei ist mir klar, dass der Künstler vielleicht gar nicht viel zu seinem Werk sagen kann, denn das Werk soll ja für sich sprechen, so sagt man.

 

Besonders meine „Cuties“ nehmen den Mund fast zu voll, lachen uns an, vielleicht mit zu viel Energie, zu viel Ausdruck, zu viel Präsenz.

In meinen „Bildwelten“ wird zwar nicht gelacht, aber Sie sehen Überlagerungen aus Zeichen, Farbfeldern, organischen Formen und eruptiven Impulsen. Was sich hier zeigt, ist keine rekonstruierbare Geschichte, sondern eine fast poetische Spurensuche nach dem, was im Verborgenen liegt – nach den Energien, die unsere Wahrnehmung lenken und den Erinnerungsräumen, die sich jenseits klarer Gegenständlichkeit bilden.

 

Hier werden die Betrachter in Bildräume geführt, die sich ständig neu formen. Linien werden zu tektonischen Verschiebungen, Farbbündel zu vegetativen Auswüchsen, Kreisformen zu Markierungen unerforschter Territorien. Gleichzeitig wirken die Gemälde wie Kartographien eines fremden Terrains – doch ohne Legende, ohne Maßstab, ohne eindeutige Orientierung. Stattdessen entsteht ein freies Feld des Sehens: ein Raum, in dem sich das Auge tastend voran bewegt, Zusammenhänge knüpft und wieder löst.

 

Ich sehe darin Fragmente, die für meine künstlerische Arbeit seit Anfang an wichtig sind.

 

Fragmente tragen eine doppelte Bedeutung: Sie sind Spuren eines Ganzen, das verloren ging – und zugleich Bausteine eines Neuen, das erst noch entstehen will. In meiner Bildwelt wird das Fragment daher nicht als Defizit begriffen, sondern als produktiver Zustand. Es verweist auf Abwesenheit und Möglichkeit zugleich. Diese Spannung zwischen Verlust und Potenzial bildet auch das Fundament unserer Weltbilder: Wirklichkeit erscheint nicht mehr als geschlossene Einheit, sondern als offenes Gefüge aus heterogenen Elementen.

 

Nun hoffe ich, dass meine Werke schon den Mund aufgetan haben und bin sehr neugierig, was sie Ihnen zu sagen haben.

 

 

 

Keynote presentation on the discussions

 

I have invited you here for a conversation and would like to briefly share a few key points that might inspire you—both in your discussions with me and among yourselves.

I realize, however, that the artist may not have much to say about his work, since the work is supposed to speak for itself, as they say

 

My “Cuties,” in particular, have their mouths almost too full, laughing at us, perhaps with too much energy, too much expression, too much presence.

In my “visual worlds,” there is no laughter, but you see overlays of symbols, color fields, organic forms, and eruptive impulses. What is revealed here is not a reconstructible story, but an almost poetic search for traces of what lies hidden—for the energies that guide our perception and the spaces of memory that form beyond clear representationalism.

Here, viewers are led into pictorial spaces that are constantly reshaping themselves. Lines become tectonic shifts, bundles of color become vegetative outgrowths, circular forms become markers of unexplored territories. At the same time, the paintings appear like cartographies of a foreign terrain—yet without a legend, without a scale, without clear orientation. Instead, a free field of vision emerges: a space in which the eye moves forward tentatively, establishing and then dissolving connections.

I see in this fragments that are important to my artistic work.

 

Fragments carry a dual meaning: they are traces of a whole that has been lost—and at the same time building blocks of something new that is yet to emerge. In my visual world, therefore, the fragment is not understood as a deficit, but as a productive state. It points to absence and possibility at the same time. This tension between loss and potential also forms the foundation of our worldviews: reality no longer appears as a closed unity, but as an open structure of heterogeneous elements.

 

Now I hope that my works have already opened their mouths, and I am very curious to see what they have to say to you.

 

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