Bildwelten

Ausstellung

U-Bahn Galerie München, Station Universität

07. - 30. April 2026

 

In diesen Bildwelten begegnen sich abstrahierte Figuren, Zeichen und Farbflächen, die keine feste Erzählung vorgeben, sondern unterschiedliche Sichtweisen nebeneinanderstellen. Hier erscheint die Welt als Gefüge aus Fragmenten. Organische, anthropomorphe Splitter lagern sich aneinander, ohne sich je ganz zu stabilisieren. Figuren sind im Werden begriffen, im Übergang, im tastenden Zustand. Es sind Bildräume, in denen Identität nicht fest umrissen ist, sondern als provisorische Formation auftaucht – als Verdichtung von Wahrnehmung, Erinnerung, Material. Das Fragment ist hier Methode: Es hält die Welt offen.

 

In der Werkreihe „Cuties“ kippt das Niedliche manchmal in eine Zone, in der es nicht mehr nur um Charme und Vertrautheit geht, sondern um Übersteuerung: um Figuren, die zu laut lachen, zu groß gucken, zu grell auftreten – und dadurch eine eigentümliche Spannung erzeugen. Diese Cuties sind keine stillen Sympathieträger, sondern etwas schrille Bildwesen, die sich zwischen Pop-Ikone und visuellem Alarmzustand bewegen.

 

Die „Cuties“ zeigen, wie stark unsere Wahrnehmung von Welt durch kulturelle Bildcodes geprägt ist – etwa durch Popkultur, Comics oder digitale Bildwelten.

In ihrer scheinbaren Einfachheit tragen sie eine zweite Ebene in sich: Sie verwandeln Dinge der Natur in Figuren, geben ihnen Gesicht und Charakter und machen damit sichtbar, wie wir der Welt Bedeutung, Emotion und Identität zuschreiben. Zwischen Humor, Ironie und kindlicher Direktheit eröffnen die „Cuties“ einen spielerischen Zugang zu der Frage, wie Bilder Wirklichkeit formen.

 

Die Arbeiten verweisen damit auf Weltbilder – auf die Art, wie wir Wirklichkeit ordnen, deuten und in Bilder übersetzen.

Nach dem „Ende der großen Erzählungen“ erscheinen Weltbilder heute zunehmend brüchig und fragmentiert. 

 

 

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